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Geschichte

Die Entstehung des Wasserkraftwerkes Luterbach ist eng mit der Geschichte der ehemaligen Kammgarnspinnerei Derendingen verknüpft. Begünstigt durch die vorhandene Wasserkraft, die damaligen Steuerverhältnisse, den Anschluss ans Eisenbahnnetz und das grosse Arbeiterpotential war das Wasseramt entlang der Emme ein Schwerpunkt der frühen Industrialisierung im Kanton Solothurn. Bereits 1858 war der Emmekanal parallel zum Fluss bis nach Derendingen erstellt und die Konzession für die Verlängerung bis zur Aare erteilt worden. Während die Anfänge der von Roll in Gerlafingen in die 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgehen, öffneten die Baumwollspinnerei Emmenhof 1864, die Papierfabrik Biberist 1865, die Cementfabrik Wilihof 1871 und die Cellulose Attisholz 1882 ihre Tore. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Kammgarnspinnerei Derendingen im Jahre 1872. 1874 war der Betrieb aufgenommen worden. Wegen Misswirtschaft war der Firma jedoch vorerst kein Glück beschieden. 1877 musste die Liquidation der Firma beschlossen werden. Erst 1879 begann das Geschäft unter der Führung der Unternehmer Lang und Koch zu florieren. Zusammen mit der 1884 angegliederten Kammgarnweberei ergab sich ein stetiger Aufschwung. Parallel zum Anstieg der Produktion nahm der Energiebedarf rapide zu. Nachdem das Kraftwerk direkt neben dem Fabrikgelände 1880 und 1883 je um eine Turbine erweitert worden war, wurden 1887 der Emmenkanal von Derendingen bis zur Aare verlängert und nördlich der Eisenbahnlinie Solothurn-Olten das neue Turbinenhaus erstellt. 1905 ist diese Anlage um eine weitere Turbine erweitert worden. Bald darauf genügten auch diese Kapazitäten nicht mehr, so dass Dampfkraft, später Dieselmotoren und auch Fremdstrom erforderlich waren.

 

museum-21911 wurde ein Dieselaggregat in Betrieb genommen, um unabhängiger von der je nach Wasserstand schwankenden Wasserkraft zu werden und die Spitzen des Energiebedarfs zu decken. Die Produktion der Kammgarnspinnerei stieg bis zur Jahrhundertwende stetig an. Nach einer durch Preisstürze verursachten schweren Krise und einer Feuersbrunst im Jahre 1901, der ein bedeutender Teil der Fabrikgebäude zum Opfer fielen, erholte sich der Betrieb ab 1902 wieder, und 1907 führte die Fusion mit der Kammgarnspinnerei Schaffhausen zu einer zusätzlichen wirtschaftlichen Stärkung.

Die Situation hat sich in den letzten Jahren zusehends verschlechtert, so dass 1986 die stufenweise Betriebseinstellung bekannt gegeben werden musste. Das Kraftwerk wurde 1987 - mit Wärter-Wohnhaus und Kanalteil bis an die Aare - von der Schoeller Textil AG, Derendingen an Hydroelectra AG in Heerbrugg verkauft.

Im Bereich Prospekte können Sie mehrere Prospekte zur Wasserkraftanlage Luterbach downloaden, klicken Sie dazu auf den nebenstehenden Link: